„So kann man nicht aufhören“

LANDKIRCHEN – Nach seiner ersten Paralympics-Teilnahme ist Thomas Rau wieder zurück auf Fehmarn. Zunächst legte er einen kleinen Zwischenstopp in Kiel ein, denn die Arbeit in der Vollstreckungsstelle im Hauptzollamt rief den 28-jährigen Tischtennisspieler.

„Die Engländer waren unglaublich.“ Thomas Rau zehrt von den Eindrücken seiner ersten Paralympics.

„Die Engländer waren unglaublich.“ Thomas Rau zehrt von den Eindrücken seiner ersten Paralympics.

„So kann man nicht aufhören“ meint Rau. In London schied er verletzungsbedingt in der Vorrunde der Wettkampfklasse 6 aus (wir berichteten). 2016 in Rio de Janeiro will er wieder dabei sein. „London war fett, doch Rio ist nochmal etwas anderes“, so Rau. Es sei viel weiter weg, ein völlig neuer Kontinent. Rau blickte noch einmal zurück auf die 14. Paralympics in der britischen Hauptstadt. „Das Dorf war cool, es hatte zwar Jugendherbergsstil, doch trotzdem ein gewisses Flair“, berichtete Rau. Gemeinsam mit seinem Mannschaftskollegen Thomasz Kusiak und zwei Leichtathleten (einem Mannschaftsarzt und einem Techniker) teilten sie sich ein Apartment. Das Essen wurde in einem riesengroßen Zelt eingenommen. Es sei sehr vielfältig gewesen, sogar einen McDonald‘s-Stand habe es gegeben. Insbesondere die Trainer hätten hier besonders zugeschlagen. Daneben konnten die Sportler und Funktionäre wählen, ob sie karibisch, asiatisch, europäisch oder britisch essen wollten. Auch das Exhibition Centre London (ExCeL), in dem die Tischtenniswettbewerbe ausgetragen worden sind, sei eine tolle Halle gewesen. „Ebenerdig, und die Zuschauer waren sehr nah dran“, beschrieb Rau die Wettkampfstätte. Hier erlebte er den Gewinn der Goldmedaille seines Mannschaftskollegen Jochen Wollmert hautnah mit. „Der Engländer war ziemlich nervös und Jochen hat ihn nicht ins Spiel kommen lassen“, resümierte Rau. Auch beim Spiel um Bronze gegen die Engländer saß Rau im voll besetzten ExCeL. In diesem Spiel sei Wollmert „platt“ gewesen, und die Engländer hätten gut gespielt.

„Es war eine super Veranstaltung, die Engländer waren unglaublich. Die Stadien waren fast immer voll mit Riesenstimmung, organisatorisch war alles top. Die Volunteers waren sehr offen, freundlich und hilfsbereit, egal ob man Athlet oder Zuschauer war. Nach Olympia hat man gemerkt, dass sich die Briten auch auf die Paralympics gefreut haben“, bilanzierte Rau. Er hatte vor der Abreise nach London beim Abschlusstraining eine falsche Bewegung gemacht, und es waren zwei Wirbel blockiert. „Es muss vorher schon etwas gewesen sein, die falsche Bewegung war laut medizinischer Abteilung das I-Tüpfelchen. Es tut immer noch weh“, erklärte Rau. Der erste Weg auf Fehmarn führte für den Behindertensportler direkt zum Arzt. Hier gab es Akupunktur. In Kiel soll sich „Fehmarns Sportler des Jahres“ noch einmal in die Behandlung eines Osteopathen begeben. Es wurde erneut eine Blockade gelöst. Mit der Verletzung musste Rau auch schon wieder auf Fehmarn an die Tischtennisplatte. Im Derby in der Kreisliga gegen die vereinsinterne zweite Mannschaft der TTSG Insel Fehmarn behielten Rau & Co mit 8:6 die Oberhand. Rau steuerte zwei Punkte am Erfolg bei und kassierte eine Niederlage gegen Manfred Köll. „Ich hoffe, dass ich nach den Herbstferien wieder richtig fit bin“, so Rau weiter. In diesem Jahr ist bei ihm in Sachen Nationalmannschaft erst einmal nichts weiter geplant. Einige Nationalspieler schwärmten in London von Fehmarn, sodass Bundestrainer Wieland Speer beabsichtigt, vor den Europameisterschaften im September 2013 in Lignano (Italien) einen Abschlusslehrgang mit der kompletten Nationalmannschaft auf Fehmarn zu machen. Dazu muss erstmal der Vertrag des Bundestrainers verlängert werden. Er läuft am 31. Dezember aus.

Quelle: fehmarn24.de